Ich kauf’ das nicht

Die Seite zur Social-Media-Kampagne #ichkaufdasnicht.


Unter dem Stichwort (auch Hashtag genannt) #ichkaufdasnicht werden hier Produkte, Werbeanzeigen und Medien gesammelt, die sexistisch, rassistisch, homophob, transphob oder in anderer Form diskriminierend sind.


Unter #ichkaufdasnicht nutzen wir unsere Stimmen als Konsumentinnen und Konsumenten. Wir wenden uns nicht nur offen gegen menschenverachtende Produkte, Werbeanzeigen und Medien, sondern machen auch klar, dass diese mit keinem einzigen Cent weiter unterstützt werden sollen.

Recent Tweets @kaufdasnicht

Bei Bacardi sind Männer einfach gestrickt. Was für ein Scheiß!

Werbung fürs Alexa Einkaufszentrum in Berlin. Wieso muss die Frau dafür nackt sein???

Gartenhandschuhe für Frauen. Yeah, right.

Fashion Queen, die nur ans Shopping denkt – das Shirt ist für Kinder von 2 1/2-3 Jahren gedacht.

Der neue Clip von Bionade ist trans*phobe Werbung und vermittelt, dass Männer “natürlich” sind, während Trans*menschen “künstlich” sind. Ich kauf das nicht!

Neulich entdeckt bei Rewe: Der Hersteller Trolli hat eine Reihe fairtrade Produkte auf dem Markt. Auf der Verpackung sieht man sehr klischeehafte und meiner Meinung nach rassistische Stilisierung verschiedener Völker. So sind die beiden weiblichen Figuren, aus Asien und Afrika stammend, fest im Griff des “Weißen Mannes”. Die Illustrationsweise ähnelt teilweise rassistischen Karikaturen vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Wenn die Firma gedanklich in dieser Zeit stehengeblieben ist, dann ist für mich klar - ich kauf das nicht!

Bei Tchibo findet man noch viele weitere sexistische Kackscheiße dieser Art.
http://www.tchibo.de/ 


Gefunden in der Kinderabteilung des Naturkaufhaus in Berlin Steglitz:
Anti Zicken-Spray “Endlich Schluss mit Zickereien! Natürliches Lavendelspray bei Zickenbefall im Raum verteilen. Der frische Duft besänftigt und macht gute Laune… (…) wirkt beruhigend und Streit schlichtend”

Darauf abgebildet ist ein Mädchen, im rosa Kleid, mit Handtasche und mit roten Haaren und Zopf.

Hersteller ist die Berliner Firma liebeskummerpillen von Dr. Jutta Reckschmidt, die ich soeben anschreibe (info@liebeskummerpillen.de).


Die Zielgruppe ist ganz klar: alle denen trotzige Mädchen lästig sind. Das ist bestimmt lustig gemeint, oder? Schliesslich können Mädchen ja ganz schön rumzicken … und das ziemt sich nicht für ein Mädchen …


Und hier was Wikipedia zu “Zicke” sagt:
In der Gegenwartssprache bezeichnet Zicke als Schimpfwort eine meist weibliche Person mit verschiedenen unsympathischen Persönlichkeitsmerkmalen und Verhaltensweisen. […] Als Verb „zickt“ jemand (oder auch etwas, z. B. ein technisches Gerät), wenn sie, er oder es unangemessene oder unerwartete Schwierigkeiten macht.

Das Produkt beleidigt zum Einen, gemeinsam mit Abbildung und Statement auf der Verpackung, Mädchen als Zicken. Zum anderen ruft es ein Stereotyp wach, nach dem trotzige oder aufmüpfige Mädchen mit einem eigenen Kopf oder einem unbequemen Bedürfniss, lästig sind. Dies sendet eine Botschaft an junge Mädchen, dass sie nichts zu melden haben und die “Klappe halten” sollten. Das finde ich alles andere als lustig! 

Die Firma Liebeskummerperlen hat anscheind in Ihrer Produktpallette ein Jungen-äquivalent “Trotz-phasen-spray”, für “Wutmonster und Motzbären”. Wenn auch ein männliches äquivalent im Kaufhaus angeboten worden wäre (was nicht der Fall war), hätte mich das etwas besänftigt. Trotzdem bleiben damit die Stereotypen Zuschreibungen. Wir sollten uns überlegen ob wir den armen Jungen “Wutanfälle und Zornausbrüche” (und damit Aggression) - versus Zickerei den Mädchen - einreden wollen … 

Hierzu muss man eigentlich nichts hinzufügen, das Bild spricht für sich.

[abgebildet ist ein Flyer, auf dem Mathenachhilfestunden angeboten werden, das ganze ist mit “Mathe ist sexy!” betitelt und zeigt eine normschöne Frau in Unterwäsche]

Wer sagt denn, Autozubehör würde nur an Männer vermarktet? Offensichtlich gibt es Marketingleute, die denken, so Frauen dazu bringen zu können, Geld auf sie zu werfen.

[abgebildet ist ein Regal auf einer Tankstelle, welches mit verschiedenen Autoutensilien gefüllt ist. Alle natürlich in grellem Rosa und manche mit Aufschrift entlang “Tussi am Steuer” o.ä.]